Geldprobleme - wer hilft bei Geldsorgen?

Geldprobleme – wer hilft?

Ganz gleich, ob Mann oder Frau, jung oder alt: Geldsorgen können jeden Menschen treffen. Geldprobleme sind häufig eine große seelische Belastung, die früher oder später zu ernsthaften psychischen Erkrankungen führen kann. Reichen die Einnahmen nicht aus, fühlen sich viele Verbraucher mit dem ständigen Leben am Existenzminimum überfordert.

Hier erfahren Sie, wie man mit Schulden umgehen, sie bekämpfen und wo man in einer finanziellen Notlage professionelle Hilfe bekommen kann.

Geldsorgen haben viele Ursachen

Geldprobleme haben vielfältige Ursachen. Ein zu sorgloser Umgang mit Geld führt vor allem junge Menschen mit wenig Lebenserfahrung in die Schuldenfalle. Teure Handyverträge, die laufenden Kosten fürs Auto, Ratenkäufe – zum Beginn des Arbeitslebens lassen sich diese Verbindlichkeiten oft nicht aus dem monatlichen Einkommen decken.

Noch häufiger liegt den Geldsorgen jedoch eine Kombination verschiedener Ursachen zugrunde. Dazu gehören der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine gescheiterte Selbständigkeit, eine Scheidung oder die Trennung vom Partner. Auch Unfall und Krankheit oder plötzliche Schicksalsschläge wie der Tod eines nahestehenden Verwandten können in finanziellen Schwierigkeiten münden.

Für viele Arbeitnehmer und Unternehmer hat sich die finanzielle Situation aufgrund der Corona-Krise verschlechtert: Wegen Lockdown und Kurzarbeit blieben wichtige Einnahmen aus. Staatliche Hilfsmaßnahmen konnten dies nicht in allen Fällen auffangen. Steigende Wohn- und Energiekosten vergrößern die Löcher in der Haushaltskasse.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge muss ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland etwa ein Viertel seines Einkommens für Mietzahlungen aufbringen. Nach Abzug weiterer Fixkosten für Telekommunikation, Strom und Versicherungen bleibt für viele Verbraucher nur noch wenig Geld zum Leben übrig. Ist die Rückzahlung von Krediten und weiteren Verbindlichkeiten nicht mehr möglich, droht die Überschuldung.

Etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland gilt als überschuldet

Von Überschuldung spricht man, wenn bestehende Verbindlichkeiten weder aus dem Ersparten noch aus den Einnahmen gedeckt werden können. Zum Stichtag 1. Oktober 2020 lag die Überschuldungsquote in Deutschland bei 9,87 Prozent. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt rund 6,85 Millionen Menschen über 18 Jahren von anhaltenden Zahlungsschwierigkeiten betroffen waren. Etwa 4,17 Millionen davon waren Männer. Die höchste Verschuldung weisen Verbraucher aus der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren auf.

Zwar lebt die Mehrheit der von Überschuldung betroffenen Personen in Westdeutschland, insgesamt fällt die Überschuldungsquote in den östlichen Bundesländern jedoch höher aus. Am höchsten ist sie in den Bundesländern Bremen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Die geringste Überschuldung besteht der Statistik zufolge in Bayern und Baden-Württemberg.

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Anhaltende Zahlungsschwierigkeiten – die Abwärtsspirale droht

Halten die Zahlungsschwierigkeiten länger an, finden sich Verbraucher schnell in einer Abwärtsspirale wieder: Fehlt das Geld für dringend benötigte Anschaffungen, werden eventuell Ratenkäufe getätigt, die das Haushaltsbudget weiter belasten. Können Rechnungen nicht sofort gezahlt werden, summieren sich zudem die Kosten. Zunächst fallen Mahngebühren an. Reagieren Schuldner auch auf Mahnungen nicht, schalten die Gläubiger eventuell ein Inkassobüro ein oder leiten ein Vollstreckungsfahren ein. Damit kommen weitere Gebühren auf den Schuldner zu. Im schlimmsten Fall droht die Lohnpfändung oder Kontopfändung.

Unbezahlte Rechnungen, ausstehende Kredittilgungen und Pfändungen führen zu negativen Einträgen in der Schufa. Negative Schufa-Einträge wiederum stellen häufig ein Hindernis bei der Schuldenregulierung dar. Sie erschweren es zum Beispiel, eine günstigere Wohnung zu finden oder teure Ratenkredite durch Umschuldung, d.h. einen einzelnen Kredit, abzulösen.

Geldsorgen können krank machen – Auswirkungen auf die Psyche

Schulden stellen nicht nur eine finanzielle Belastung dar, in vielen Fällen wirken sie sich auch negativ auf die psychische Gesundheit aus. Einer Studie der Universitäten Erlangen-Nürnberg und Mainz zufolge leiden 79 Prozent der Klienten von Schuldnerberatungsstellen an mindestens einer Krankheit. Psychische Probleme stehen dabei an erster Stelle.

Psychische Krankheiten und Suchterkrankungen können sowohl Ursache als auch Folge von Geldsorgen sein. Ständige Geldprobleme führen zu Stress und Angstzuständen. Existenzielle Ängste ziehen wiederum Schlafstörungen und körperliche Probleme wie Kopfschmerzen nach sich.

Der mit den finanziellen Schwierigkeiten einhergehende psychische Druck kann bis zur Depression führen. Ein besonderes Problem stellt dies für manisch-depressive Menschen dar: Unkontrollierte Einkäufe während der manischen Phase verursachen Schulden, die Schuldenlast verstärkt die psychische Belastung.

Zu den psychischen Auswirkungen gesellen sich soziale Folgen. Nicht selten versuchen Schuldner, ihre Geldsorgen vor ihrem Umfeld zu verheimlichen. Sie ziehen sich zurück und nehmen nicht mehr an gemeinsamen Veranstaltungen teil, da sie sich diese nicht mehr leisten können. Geldsorgen belasten häufig auch die Beziehung, etwa wenn es zum Streit über getätigte Ausgaben kommt. Soziale Isolation und Beziehungsprobleme wiederum verstärken psychische Erkrankungen.

In der Praxis wirken sich psychische Erkrankungen ihrerseits auf den Erfolg der Schuldenregulierung aus. Bei jeder siebten Person, die eine Beratungsstelle aufsucht, ist eine zeitnahe Lösung aufgrund von Krankheit oder Suchtproblemen nicht möglich.

Andersherum haben Studien festgestellt, dass sich der psychische Gesundheitszustand nach einer erfolgreichen Schuldenberatung oft deutlich verbessert. Betroffene sollten daher nicht zu lange warten, bis sie sich professionelle Hilfe bei der Schuldentilgung suchen.

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Wie Sie Geldprobleme in den Griff bekommen

Was können Sie nun konkret unternehmen, um Ihre Geldprobleme in den Griff zu bekommen? Hier finden Sie Tipps, wie Sie Ihr Haushaltsbudget besser managen.

1. Überblick über die Einnahmen und Ausgaben verschaffen

Vielen Schuldnern fehlt der Überblick über die finanzielle Situation. Der Weg aus der Schuldenfalle beginnt daher damit, eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben anzufertigen.

Zunächst listen Sie Ihre Einnahmen tabellarisch auf. Dazu gehören:

  • Einkünfte aus nicht-selbständiger und selbständiger Arbeit
  • Kindergeld und weitere staatliche Zuschüsse
  • ALG I oder II
  • Renten und sonstige Altersbezüge
  • Gewinneinkünfte wie Zinsen

Den Einnahmen stellen Sie Ihre Ausgaben gegenüber. Beginnen Sie mit Fixkosten wie Miete, Energie- und Telekommunikationskosten. Fügen Sie anschließend die variablen Kosten hinzu. Dazu zählen alle Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Hobbys, Unterhaltung, Mobilität – auch der Kaffee zum Mitnehmen.

Haushaltsbuch führen: Die variablen Ausgaben sind häufig schwer einzuschätzen. Sammeln Sie daher alle Belege und Kassenzettel. Am besten vermerken Sie jede getätigte Zahlung direkt in einem Haushaltsbuch. Hilfreich sind spezielle Smartphone-Apps, mit denen Sie Einnahmen und Ausgaben erfassen und automatisch nach verschiedenen Kategorien sortieren können.

2. Ausgaben reduzieren

Prüfen Sie, welche Ausgaben Sie reduzieren können. Kündigen Sie überflüssige Abos. Schauen Sie sich nach einem günstigeren Strom- und Internetanbieter um. Eventuell lässt sich durch einen Wechsel bestimmter Versicherungen Geld sparen. Überlegen Sie auch, ob Sie Ihr Auto wirklich benötigen. Leben Sie in einer Stadt mit einem gut aufgestellten Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, lässt sich durch den Verkauf des Autos Geld sparen. Der Erlös kann Ihnen zugleich dabei helfen, ausstehende Zahlungen zu begleichen.

3. Einkünfte erhöhen

Nach Möglichkeit sollten Sie versuchen, Ihre Einkünfte zu erhöhen. Das kann zum Beispiel durch einen Nebenjob oder durch die Suche nach einer besser bezahlen Stelle geschehen.

Frühzeitig mit den Gläubigern Kontakt aufnehmen: Sind Sie bereits mit Zahlungen in Rückstand geraten, sollten Sie sich möglichst schnell mit Ihren Gläubigern in Verbindung setzen. Versuchen Sie, eine Ratenzahlung zu vereinbaren oder einen Vergleich zu erwirken. Bei einem Vergleich bieten Sie dem Gläubiger an, eine Teilsumme der Schulden zu begleichen. Der Vergleich ist für Gläubiger unter Umständen attraktiver als wenn ein Schuldner ein Insolvenzverfahren absolvieren muss. Dann sind die Aussichten meist geringer, das Geld zurückzubekommen.

Geldprobleme – hier bekommen Sie professionelle Hilfe

Die Führung eines Haushaltsbuches, die Reduzierung der Ausgaben, der Kontakt mit den Gläubigern: Diese Aufgaben stellen für viele Schuldner eine große Herausforderung dar. Das gilt insbesondere, wenn psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder eine Depression bestehen.

Häufig fühlen sich Schuldner wie gelähmt und verschleppen die Lösung ihrer Geldprobleme. Dabei ist Zeit ein wesentlicher Faktor: Je länger Sie mit der Schuldenregulierung warten, umso größer werden die finanziellen Schwierigkeiten.

Professionelle Hilfe bei der Schuldenregulierung erhalten Sie von verschiedenen Stellen. Es gibt öffentliche Schuldnerberatungsstellen, z.B. von Kommunen oder Wohlfahrtsverbänden wie der Diakonie und der Caritas. Diese Form der Schuldnerberatung ist für einkommensschwache Schuldner kostenlos, allerdings muss man mit sehr langen Wartezeiten rechnen, was kontraproduktiv ist.

Für die anwaltliche Schuldnerberatung fallen zwar Kosten an, dafür startet man sofort mit dem Schuldenabbau. Darüber hinaus profitieren Schuldner von weiteren Vorteilen, z.B. einem Rundum-Service und einer juristischen Expertise. Auch beim Versuch einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung kann sich die Erfahrung und die Routine der Profis auszahlen.

Beratungsschein beantragen: Einkommensschwache Verbraucher können beim Amtsgericht einen Beratungsschein für die anwaltliche Schuldnerberatung beantragen. Die Beratungshilfe steht allen Personen zu, die ihre Anwaltskosten aufgrund ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Situation nicht selbst zahlen können. Statt der Anwaltskosten ist lediglich eine Gebühr von 15 Euro zu begleichen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Antragsteller zuvor alle anderweitigen Möglichkeiten zur Schuldnerberatung ausgeschöpft haben. Diese Voraussetzung gilt als erfüllt, wenn Sie sich an eine öffentliche Schuldnerberatung gewandt haben, dort aber unverhältnismäßig lange Wartezeiten bestehen.

So hilft die Schuldnerberatung bei Geldproblemen

Das Ziel einer professionellen Schuldnerberatung ist es, Ihre finanziellen Schwierigkeiten dauerhaft zu lösen. Zunächst verschaffen sich die Berater einen Überblick über die finanzielle Situation des Schuldners. Darüber hinaus prüfen sie, ob die gestellten Forderungen überhaupt berechtigt sind. Auf dieser Basis entwickeln seriöse Schuldnerberater eine Strategie, die zu einem finanziellen Neustart führt.

Im nächsten Schritt strebt die Schuldnerberatung eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern an. Auf Grundlage der Anzahl der Gläubiger sowie Dringlichkeit und Höhe der Forderungen erstellen die Berater einen Schuldenbereinigungsplan und versuchen, die Gläubiger zur Zustimmung zu bewegen. Die außergerichtliche Einigung ist i.d.R. für alle Beteiligten die beste Lösung.

Scheitert die außergerichtliche Schuldenbereinigung, bestätigt die Schuldnerberatung dies und ermöglicht so den Start eines Privatinsolvenzverfahrens. Im Rahmen einer Privatinsolvenz durchlaufen Verbraucher eine dreijährige Wohlverhaltensphase. Am Ende steht dann die Restschuldbefreiung, mit der man (fast) alle Schulden loswird und Geldprobleme zu den Akten legen kann – hoffentlich für immer!

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Photo by Everton Vila on Unsplash

Schuldnerberatung Schulz: Oliver Schulz (Rechtsanwalt / Fachanwalt für Insolvenzrecht)
Oliver Schulz
Rechtsanwalt / Fachanwalt für Insolvenzrecht

Oliver Schulz ist seit 2010 Rechtsanwalt und hat sich als Fachanwalt auf das Rechtsgebiet Insolvenzrecht spezialisiert. Mit seiner Kanzlei Schulz & Partner führt er seit 2012 die Schuldnerberatung Schulz, die in mehreren deutschen Städten ansässig ist und Schuldnern dabei hilft, ihre Schulden durch einen außergerichtlichen Vergleich, eine Regelinsolvenz oder eine Privatinsolvenz loszuwerden und finanziell neu durchzustarten. Er ist u.a. Mitglied im HAV (Hamburgischer Anwaltverein e.V.) und im Norddeutschen Insolvenzforum Hamburg e.V.. Außerdem ist er als Gastautor aktiv, z.B. auf Unternehmer.de.

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