Geldsorgen erfolgreich lindern

Geldsorgen erfolgreich lindern

„Geld macht nicht glücklich,“ besagt ein altes Sprichwort, „aber es beruhigt“. Welche Auswirkungen Geld auf das persönliche Glücksempfinden hat, lässt sich sicherlich diskutieren. Tatsache ist dagegen, dass ständige Geldsorgen die Gesundheit belasten.

Diese Sorgen betreffen keineswegs nicht nur Menschen, die bereits Schulden haben. Dieser Artikel erklärt, welche Ursachen es für Geldprobleme gibt und wie Sie Ihre Geldsorgen lindern.

Geld – Zahlungsmittel seit rund 20.000 Jahren

Geld wird seit etwa 20.000 Jahren als Zahlungsmittel eingesetzt. Zuvor betrieben die Menschen Tauschhandel. Doch was, wenn man nur Gegenstände zum Tausch anbieten konnte, die der andere gar nicht benötigte? Mit dem Aufkommen von Geld erledigte sich dieses Problem.

Wurden zunächst Muscheln, Walzähne oder kleine Steinbeile als Währung genutzt, zahlte man einige Tausend Jahre später mit Edelmetallen. Im 10. Jahrhundert wurde in China schließlich das Papiergeld entwickelt. Heute bevorzugen viele Verbraucher bargeldlose Zahlungsmethoden mit Kreditkarte oder Smartphone.

Geldsorgen aufgrund hoher Inflation

Geld macht den Handel einfacher – führt aber auch zu Sorgen. Das gilt nicht nur für Personen, die sich bereits verschuldet haben. Russlands Invasionskrieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen haben dazu geführt, dass 2022 sowohl die Energiepreise als auch die Preise für zahlreiche Waren stark gestiegen sind.

Für Mitte Juni 2022 meldet die Europäische Zentralbank eine Inflationsrate von 8,1 Prozent. Das ist ein neuer Rekordwert. Die Energiepreise allein sind im Vergleich zum Vorjahr um 39,1 Prozent gestiegen. Erschwerend wirkt sich die Klimakrise aus, die zu Einschränkungen bei der Ernte führt. Unverarbeitete Lebensmittel sind von 2021 bis 2022 um 9,0 Prozent teurer geworden.

Zudem haben viele Verbraucher finanziell unter der Corona-Pandemie gelitten. Kurzarbeit, ausgefallene Events und geschlossene Gaststätten haben zu Verdienstausfällen geführt, die nicht in jedem Fall durch staatliche Hilfen aufgefangen werden konnten. Die hohe Inflationsrate trifft nun auch Verbraucher hart, die eigentlich gut verdienen.

Typische Ursachen für Geldsorgen

Nicht jede Person mit Geldsorgen ist auch verschuldet. An den Ursachen für Überschuldung lässt sich jedoch erkennen, welche typischen Gründe für Geldsorgen bestehen.

Die sechs Hauptauslöser für Überschuldungsfälle laut Statistischem Bundesamt:

  1. Arbeitslosigkeit (19 Prozent)
  2. Erkrankung, Unfall, Sucht (18 Prozent)
  3. Unwirtschaftliche Haushaltsführung (14 Prozent)
  4. Trennung, Scheidung, Tod des Partners (12 Prozent)
  5. Längerfristiges Niedrigeinkommen (11 Prozent)
  6. Gescheiterte Selbständigkeit (7 Prozent)

Gehen Sie Ihre Geldprobleme aktiv an

Treiben Sie Geldsorgen um und Sie fürchten, dass Ihre Ihr Einkommen bald nicht mehr ausreicht, um Ihre Lebenshaltungskosten zu decken? So können Sie vorgehen:

1. Listen Sie alle Einnahmen und Ausgaben auf

Der erste Schritt bei der Bewältigung von Geldproblemen besteht darin, sich einen Überblick über die finanzielle Situation zu verschaffen. Erstellen Sie jeweils eine Liste aller Ausgaben und aller Einnahmen. So erkennen Sie, wie viel Geld Sie im Monat zur freien Verfügung haben.

2. Führen Sie ein Haushaltsbuch

Um Sparpotenzial aufzudecken, sollten Sie ein Haushaltsbuch führen. Tragen Sie alle Einnahmen und Ausgaben penibel ein, vom Kaffee zum Mitnehmen bis hin zu den monatlichen Mietzahlungen. Haushaltsbücher gibt es auch in digitaler Form als praktische App. Einige Anwendungen erlauben es zum Beispiel, Lebensmittel im Supermarkt direkt einzuscannen oder Preise aus einer Liste zu wählen.

3. Planen Sie Ihr Budget

Wissen Sie, wie viel Geld Ihnen monatlich zur Verfügung steht und wie viel Sie ausgeben, können Sie sich an die Budgetplanung machen. Dabei hilft zum Beispiel die sogenannte 50-30-20-Regel. Die besagt, dass Sie Ihr monatliches Nettoeinkommen in drei Bereiche aufteilen:

  • 50 Prozent für Grundbedürfnisse
  • 30 Prozent für persönliche Wünsche (Urlaub, größere Anschaffungen, etc.)
  • 20 Prozent als Rücklage oder zur Tilgung von Schulden

4. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch

Bei finanziellen Problemen sollten Sie möglichst frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen – zum Beispiel von einer Schuldnerberatung. Warten Sie damit nicht erst, bis Sie tatsächlich Ihre Rechnungen nicht mehr zahlen können. Stellen Sie fest, dass es am Ende des Monats knapp wird oder laufen unbezahlte Rechnungen auf, hilft Ihnen ein professioneller Schuldnerberater dabei, wieder mehr Übersicht über Ihre Finanzen zu gewinnen. Bestehen bereits Schulden, übernimmt er den Kontakt mit den Gläubigern und findet einen geeigneten Weg zur Schuldenregulierung. Häufig ist das ein außergerichtlicher Vergleich. Scheitert dieser, bleibt noch die Privatinsolvenz, die maximal drei Jahre dauert.

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Geldsorgen FAQ

Was tun bei Geldsorgen?

Bei Geldsorgen sollten Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre Finanzen verschaffen. Legen Sie im nächsten Schritt einen Haushaltsplan an, mit dem Sie Ihre Ausgaben und Rücklagen planen. Haben Sie bereits Schulden oder übersteigen Ihre Ausgaben ihre Einnahmen, empfiehlt sich der Gang zu einem professionellen Schuldnerberater.

Können Geldsorgen krank machen?

Ja, Geldsorgen können psychische wie physische Probleme nach sich ziehen. Typische Symptome sind Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Magen-Darm-Probleme.

Geldsorgen trotz Geld – was tun?

Haben Sie trotz stabiler Finanzen Geldsorgen und Existenzangst, kann es helfen, die negativen Gedanken zu dokumentieren. Ein Haushaltsbuch unterstützt Sie dabei, stets zu sehen, wie viel Geld Sie noch zur Verfügung haben. Wachsen sich die Geldsorgen zu einer Angststörung aus, sollte eine Psychotherapie in Anspruch genommen werden.

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Schuldnerberatung Schulz: Oliver Schulz (Rechtsanwalt / Fachanwalt für Insolvenzrecht)
Oliver Schulz
Rechtsanwalt / Fachanwalt für Insolvenzrecht

Oliver Schulz ist seit 2010 Rechtsanwalt und hat sich als Fachanwalt auf das Rechtsgebiet Insolvenzrecht spezialisiert. Mit seiner Kanzlei Schulz & Partner führt er seit 2012 die Schuldnerberatung Schulz, die in mehreren deutschen Städten ansässig ist und Schuldnern dabei hilft, ihre Schulden durch einen außergerichtlichen Vergleich, eine Regelinsolvenz oder eine Privatinsolvenz loszuwerden und finanziell neu durchzustarten. Er ist u.a. Mitglied im HAV (Hamburgischer Anwaltverein e.V.) und im Norddeutschen Insolvenzforum Hamburg e.V.. Außerdem ist er als Gastautor aktiv, z.B. auf Unternehmer.de.

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