Foto für den Blogartikel "PSK-Auskehrungskonto - alle wichtigen Infos". Auf dem Foto sieht man ein Vorhängeschloss mit Schlüssel auf Euro-Banknoten liegen – symbolisch für gesperrtes Guthaben und finanzielle Verwaltung beim PSK-Auskehrungskonto.

PSK-Auskehrungskonto – alle wichtigen Infos

Kündigt ein Gläubiger eine Kontopfändung an, sollten Schuldner ihr Girokonto schnellstmöglich in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Auf diesem Konto bleibt ein gewisser Freibetrag vor der Pfändung geschützt. Wird der Freibetrag überschritten, überweist die Bank den Überschuss aber nicht direkt an den Schuldner, sondern bewahrt das Geld zunächst auf dem sogenannten PSK-Auskehrungskonto auf.

Was Sie zum PSK-Auskehrungskonto wissen müssen, erklärt der folgende Artikel.

Das Wichtigste – kurz & knapp

  • Das Auskehrungskonto ist ein Unterkonto zum Pfändungsschutzkonto.
  • Es dient zur Aufbewahrung von nicht aufgebrauchten Freibeträgen sowie von Geldern, die den Pfändungsfreibetrag überschreiten.
  • Während einer Insolvenz wird das PSK-Auskehrungskonto genutzt, um die pfändbaren Beträge des Schuldners zu sammeln und geordnet an die Gläubiger abzuführen.

Auskehrungskonto: Unterkonto zum Pfändungsschutzkonto

Die Zivilprozessordnung gesteht jeder natürlichen Person zu, ein P-Konto zu führen (§ 850k ZPO). Auf dem P-Konto bleibt pro Monat ein Grundfreibetrag von aktuell 1.560,- Euro (Stand 1. Juli 2025) vor der Pfändung geschützt. Auf Antrag und gegen Vorlage einer entsprechenden P-Konto-Bescheinigung kann der Pfändungsschutz auch erhöht werden, etwa wenn der Schuldner Unterhaltspflichten zu erfüllen hat.

Das PSK-Auskehrungskonto ist ein Unterkonto zum P-Konto. Es dient dazu, Guthaben zu verwalten, die den pfändungsfreien Betrag überschreiten und prinzipiell gepfändet werden könnten.

Übernahme- und Moratoriumsbeträge

Zwei Arten von Beträgen werden auf das Auskehrungskonto übertragen:

1. Übernahmebeträge

Braucht ein Schuldner in einem Monat nicht den gesamten Freibetrag auf, wird der Überschuss aufs Auskehrungskonto verschoben. Im Folgemonat überweist die Bank den Betrag wieder zurück aufs P-Konto. Der Schuldner kann nun über diese Summe verfügen oder das Geld weiter ansparen. Hat der Schuldner das Geld auch nach drei Monaten nicht verbraucht, wird es gepfändet (§ 899 Abs. 2 ZPO).

2. Moratoriumsbeiträge

Beträge, die den monatlichen Freibetrag überschreiten, werden als Moratoriumsbeiträge bezeichnet. Auch dieser Überschuss wird zunächst aufs Auskehrungskonto verschoben. Liegen die Geldeingänge im Folgemonat unter dem Freibetrag, wird die Differenz vom Auskehrungskonto aufs P-Konto überwiesen. Moratoriumsbeträge dienen in erster Linie dazu, schwankende Einkommen auszugleichen.

Das Auskehrungskonto im Insolvenzrecht

Das Auskehrungskonto spielt auch in der Insolvenzabwicklung eine wichtige Rolle. Meldet ein Schuldner Privatinsolvenz an, dient das Auskehrungskonto dazu, alle pfändbaren Beträge zentral zu sammeln und die Ansprüche der Gläubiger geordnet zu befriedigen.

Haben Sie Schulden gemacht und befürchten eine Pfändung, sollten Sie möglichst frühzeitig die Hilfe einer professionellen Schuldnerberatung in Anspruch nehmen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Schuldenbereinigung!

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FAQ

Was ist ein PSK-Auskehrungskonto?

Ein Auskehrungskonto stellt ein dem P-Konto untergeordnetes Konto dar. Es dient zur Aufbewahrung nicht genutzter Freibeträge und von Geldern, die den gesetzlich eingeräumten Pfändungsfreibetrag überschreiten.

Kann ich Geld vom PSK-Auskehrungskonto abheben?

Direkte Abhebungen vom Auskehrungskonto sind nicht möglich. Die weiterhin pfändungsfreien Beträge werden im Folgemonat zurück aufs P-Konto überwiesen und können dann genutzt werden.

Wie kann ich mein PSK-Auskehrungskonto löschen?

In der Regel müssen Sie das Auskehrungskonto schriftlich kündigen. Eventuell ist eine Kündigungsfrist einzuhalten. Die genauen Bedingungen regeln für gewöhnlich die AGB der jeweiligen Bank.

Wie lange bleibt Geld auf dem Auskehrungskonto?

Auf dem Auskehrungskonto bleiben Beträge maximal drei Monate lang vor der Pfändung geschützt. Hat der Schuldner das Guthaben innerhalb dieser Zeit nicht verbraucht, ist es pfändbar.

Wie viel Geld darf auf dem Auskehrungskonto sein?

Für die Höhe des Guthabens auf dem Auskehrungskonto gibt es keine gesetzliche Grenze. Moratoriumsbeträge werden allerdings nur aufs P-Konto zurücküberwiesen, wenn die Geldeingänge im Folgemonat unter dem Freibetrag liegen.

Hat man automatisch ein Auskehrungskonto?

Ein Auskehrungskonto wird immer dann eingerichtet, wenn ein Bankkunde die Umwandlung seines Girokontos in ein P-Konto beantragt.

Foto: Pulwey / stock.adobe.com

Schuldnerberatung Schulz: Foto von Oliver Schulz (Rechtsanwalt / Fachanwalt für Insolvenzrecht)
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Oliver Schulz ist seit 2010 Rechtsanwalt und hat sich als Fachanwalt auf das Rechtsgebiet Insolvenzrecht spezialisiert. Mit seiner Kanzlei Schulz & Partner führt er seit 2012 die Schuldnerberatung Schulz, die in mehreren deutschen Städten ansässig ist und Schuldnern dabei hilft, ihre Schulden durch einen außergerichtlichen Vergleich, eine Regelinsolvenz oder eine Privatinsolvenz loszuwerden und finanziell neu durchzustarten. Er ist u.a. Mitglied im HAV (Hamburgischer Anwaltverein e.V.) und im Norddeutschen Insolvenzforum Hamburg e.V.. Als ausgewiesener Experte gibt er Interviews, z.B. bei RTL Direkt (zum Thema SchuldnerAtlas 2023). Außerdem ist er als Gastautor aktiv, z.B. auf Unternehmer.de.

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