Ist Weihnachtsgeld pfändbar?

Ist Weihnachtsgeld pfändbar?

In vielen Unternehmen erhalten die Arbeitnehmer am Jahresende zusätzlich zum Monatslohn Weihnachtsgeld. Das ist generell eine gute Sache. Schließlich hat der Mitarbeiter dann mehr Geld für Weihnachtsgeschenke übrig – und kurbelt die Wirtschaft an.

Wenn Sie Schulden haben, sich z.B. in einer Verbraucherinsolvenz befinden, und bei Ihnen bereits gepfändet wird, stellen Sie sich eventuell die Frage, ob eine Pfändung von Weihnachtsgeld möglich ist.

Die kurze Antwort lautet: Ja. Jedoch erst ab einem bestimmten Betrag, d.h. Ihre Gläubiger können nur bedingt auf das zusätzliche Geld zugreifen.

Ab welchem Betrag ist eine Pfändung möglich?

In § 850 a Nr. 4 ZPO (Zivilprozessordnung) heißt es:

„Unpfändbar sind … Weihnachtsvergütungen bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500 Euro;“

Es handelt sich dabei um einen zusätzlichen Pfändungsschutz, d.h. Sie dürfen Weihnachtsgeld bis 500,- Euro behalten. Alles, was darüber hinausgeht, darf von Ihren Gläubigern gepfändet werden.

Was müssen Sie beachten, um Ihr Weihnachtsgeld zu behalten?

Das Konto, auf das Ihr Arbeitgeber den Lohn überweist, muss ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) sein. Ist das der Fall, müssen Sie beim zuständigen Gericht einen Antrag auf Schutz der Weihnachtsvergütung stellen.

Wird Ihr Gehalt direkt an der Quelle, also beim Arbeitgeber gepfändet, so greift der Schutz automatisch ein.

Achten Sie bitte auch darauf, dass das Weihnachtsgeld zwischen November und Januar als Einmalzahlung überwiesen wird. Wird das Weihnachtsgeld beispielsweise anteilig auf das ganze Jahr verteilt, fehlt der Zusammenhang und es besteht dann kein zusätzlicher Pfändungsschutz. Die Regelung für das Weihnachtsgeld gilt übrigens auch für das 13. Monatsgehalt.

Photo by Drew Coffman on Unsplash 

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