Wird aus der Gesundheits- und Wirtschaftskrise eine private Schuldenkrise?

Wird aus der Gesundheits- und Wirtschaftskrise eine private Schuldenkrise?

Die kurze Antwort lautet leider JA. Experten rechnen damit, dass viele private Verbraucher spätestens ab Herbst in die Schuldenfalle geraten werden. Zwar ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland im Mai um 20 Prozent gesunken, dennoch gibt es konkrete Anhaltspunkte, dass sich dieser Trend relativ schnell umkehren wird.

Die Verbraucherinsolvenz ist sozusagen das letzte Mittel für Privatpersonen, um wieder schuldenfrei zu werden. Vor dem Insolvenzantrag steht die außergerichtliche Schuldenbereinigung. Verbraucher versuchen dabei, sich mit ihren Gläubigern zu einigen. Empfehlenswert ist dabei die Unterstützung einer professionellen Schuldnerberatung. Es ist wahrscheinlich, dass sich viele Schuldner gerade in dieser Phase befinden und händeringend versuchen, eine Insolvenz zu vermeiden.

Erster Hinweis: Bei Schuldnerberatungen steigt die Nachfrage

Schuldnerberatungen bekommen europaweit immer mehr Anfragen von Personen, die von Geldsorgen geplagt werden. Die Schuldnerberatung der Caritas verzeichnet aktuell einen Anstieg von 30 Prozent. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die wirtschaftlichen Verwerfungen, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind.

Die Arbeitslosenquote ist bereits gestiegen, weil es vor allem bei Unternehmen aus den Bereichen Kultur, Gastronomie, Einzelhandel und Tourismus zu Entlassungen gekommen ist. Auch Firmen aus anderen Branchen sparen Kosten ein und fangen meist beim schwächsten Glied in der Kette an, den Leiharbeitern. Wer kein „vernünftiges“ Geld mehr verdient und dennoch seine Fixkosten bedienen muss, gerät schnell in eine finanzielle Schieflage.

Zweiter Hinweis: Staatliche Hilfsprogramme laufen aus

Viele Selbständige aus den oben genannten Branchen sind in den letzten Monaten nur über die Runden gekommen, weil es Zuschüsse bzw. günstige Kredite vom Staat gab. Darüber hinaus war es möglich, Mietzahlungen und Kredittilgungen temporär auszusetzen. Diese Maßnahmen laufen in Kürze aus oder sind es bereits. Dementsprechend gerät auch diese Personengruppe immer mehr unter Zugzwang.

Ein weiteres, sehr sinnvolles Instrument zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Krise ist auch die Kurzarbeit. Kurzarbeitergeld wurde von sehr vielen Unternehmen beantragt. Da der Staat leider keine unendlichen monetären Ressourcen zur Verfügung hat, wird diese Hilfestellung wegfallen – oder zumindest schrumpfen. Die fast zwangsläufige Folge ist ein erneuter Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Womit wir wieder beim Ungleichgewicht von Einnahmen und Ausgaben wären, das häufig zu Geldproblemen führt.

Dritter Hinweis: Überschuldete Haushalte und fehlendes finanzielles Polster

Schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren sehr viele Haushalte überschuldet. Insbesondere für diese Gruppe wird es besonders schwierig, sich in den schweren Corona-Zeiten finanziell über Wasser zu halten. Und fällt dann noch ein Gehalt weg, ist die Aussicht noch schlechter.

Wer nur über wenige Rücklagen verfügt, kann schneller als erwartet in die Schuldenspirale geraten. Das gilt vor allem für diejenigen, die hohe monatliche Kosten stemmen müssen. Dazu gehören z.B. eine teure Miete (in einer Großstadt) oder die Abzahlung des Hauskredits. Und auch die Einschränkungen bezüglich der Lebensqualität fällt vielen Menschen nicht leicht. Konsumschulden sind ein weit verbreiteter Grund für eine Zahlungsunfähigkeit.

Paradox: Viele Deutsche verschulden sich für ihren Urlaub

Der „Lockdown“ hat der Bevölkerung einiges abverlangt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Menschen nach einem – möglichst unbeschwerten – Urlaub sehnen. Dass aber über 3 Millionen Deutsche ihr Konto für eine Urlaubsreise überzogen haben oder damit rechnen, dies zu tun, ist angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage schon etwas überraschend.

Dieser Trend spielt der vermuteten Schuldenkrise natürlich in die Karten. Wer weit im Dispo ist und im Minus startet, hat es mangels Spielraum deutlich schwerer, finanzielle Engpässe zu überstehen.

Kontrollierbares Infektionsgeschehen und das Hoffen auf einen Impfstoff

Damit sich die Gesundheitskrise, und damit auch die Wirtschaftskrise, nicht weiter verschlimmert, muss das Infektionsgeschehen kontrollierbar bleiben. Leider steigen auch in Deutschland die Infektionszahlen in den letzten Tagen wieder an. Zwar wird es höchstwahrscheinlich keinen landesweiten Lockdown mehr geben, aber auch eine regionale Quarantäne kann für die dortige Wirtschaft verheerende Folgen haben, was i.d.R. negative Auswirkungen für Arbeitnehmer mit sich bringt.

Anscheinend sind die Hoffnungen auf einen Corona-Impfstoff nicht unbegründet. Mehr als 100 Projekte weltweit fahnden nach der Medizin, die der Menschheit – und der Wirtschaft – ein gewisses Maß an Normalität schenkt. Bis jedoch alle Tests ordnungsgemäß abgelaufen sind und der Impfstoff bei den Menschen angekommen ist, werden noch einige Monate vergehen.

Schuldenkrise gemeinsam meistern

Die Corona-Pandemie gehört zu den größten Herausforderungen der Menschheitsgeschichte und lässt sich nur gemeinsam lösen. Wir hoffen, dass wir mit unserem Service einen kleinen Teil dazu beitragen und Menschen dabei helfen können, den RICHTIGEN Weg aus den Schulden zu wählen!

Photo by Adam Nieścioruk on Unsplash

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